Ausbildung zum Therapeuten

Der klassische Weg zum Therapeuten - mit Psychologie- oder Medizinstudium

Der klassische Weg in die Psychotherapie führt immer noch über die Hochschule und die anschließende Spezialisierung der Ausbildung.

Zwei Möglichkeiten gibt es:

 Das Medizin- oder das Psychologiestudium. Es ist immer noch unklar, wie psychische Erkrankungen entstehen, welche Rolle dabei biologische Ursachen - etwa Veränderungen im Hirn - spielen und welche Erkrankungen auf destruktive Verhaltensmuster zurückzuführen sind. Medizin- und Psychologiestudium nähern sich dieser Frage aus unterschiedlichen Perspektiven, wenngleich hier keine strikte Trennung der Disziplinen vorgesehen ist.

 

Das Medizinstudium umfasst etwas mehr als 12 Semester. Psychiatrie und Psychotherapie gehören nach der Approbationsordnung des Bundes zu den Pflichtfächern. Um mit einem Medizinstudium psychotherapeutisch arbeiten zu können, muss der Absolvent aber noch eine Facharztausbildung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie abschließen. Sie zielt darauf ab, dass der Facharzt auf einer Station tätig sein wird. Tatsächlich jedoch arbeitet etwa ein Drittel dieser Fachärzte nach ihrer Ausbildung in einer eigenen Praxis.

 

Die Facharztausbildung dauert fünf Jahre. Sie umfasst Anamnese und Diagnostik, Entstehung und Verlauf psychischer Erkrankungen und mögliche Therapieformen. Der Schwerpunkt liegt deutlich auf den körperlichen Prozessen. Demenz etwa wird von den Fachärzten behandelt, ebenso Suchterkrankungen.

 

Medizinische Psychotherapeuten dürfen Medikamente verschreiben, Psychologen nicht. Störungen hingegen, die auf  Verhaltensmuster zurückgeführt werden, fallen vielfach in die Zuständigkeit psychologischer Psychotherapeuten. Dazu gehören zum Beispiel Angsterkrankungen oder die meisten Persönlichkeitsstörungen. Die Psychologie zielt darauf ab herauszufinden, in welcher Situation die Angst entstanden ist, oder versucht, das Verhalten der Patienten Schritt für Schritt zu ändern, um ihren Zustand zu verbessern. Um als Psychotherapeut arbeiten zu können, müssen auch die Absolventen des Psychologiestudiums noch eine Weiterbildung abschließen.

 

Diese hängt ab von der gewählten Behandlungsrichtung, die sich grob in drei Felder einteilen lässt: Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und tiefenpsychologisch orientierter Therapie, die kürzer ist als Psychoanalyse und ein konkretes Ziel bearbeitet. Die psychoanalytische Ausbildung dauert mit den Inhalten Lehranalyse, theoretischer und praktischer Ausbildung sowie Praxistätigkeit unter Supervision mehrere Jahre und somit am längsten. Die beiden anderen Richtung werden an speziellen Lehrinstituten in der Regel als zwei- bis dreijährige Vollzeitausbildung durchgeführt. Spezialisieren können sich Psychotherapeuten dann auch auf einzelne Methoden